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Dual-Boot mit macOS High Sierra und Ubuntu

Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt, neben macOS auch mal wieder Ubuntu eine Chance geben zu wollen. Aber zum einen sagten mir die Pläne seitens Canonical für den Ubuntu Desktop nicht zu, zum anderen kam Apple bei den letzten macOS-Version mit APFS um die Ecke.

Letzterer Stolperstein ist, wie ich mittlerweile gelernt habe eigentlich keiner. Und mit Ubuntu 18.04 kehrt Canonical quasi wieder zu den Wurzeln zurück. Grund genug, mich einmal mit einer Dual-Boot-Installation auseinander zu setzen.

Vorweg, ich übernehme keine Haftung bei irgendwelchen Fehlern, Hardwareschäden oder Datenverlust!

Vorraussetzungen

Ich selbst habe - aufgrund der fehlenden Anschlüsse - bei meinem letzten Kauf zu einem MacBook Pro 2015 gegriffen, ich denke es sollte allerdings mit allen aktuelleren Geräten funktionieren.

Benötigt wird

Vor der Installation

Ubuntu-ISO sowie Etcher downloaden und einen bootfähigen USB-Stick erstellen. Anschließend das rEFInd-Archiv herunterladen und dort entpacken, wo ihr es einfach wieder findet. Ihr müsst dieses später einfach per Terminal erreichen können!

Anschließend müssen wir temporär Time Machine deaktivieren.

Dies wäre somit ein guter Zeitpunkt vorher noch einmal eure Daten zu sichern!

Die Deaktivierung von Time Machine geht wie folgt. Terminmal öffnen und folgende Befehle eingeben.

sudo tmutil disable

tmutil listLocalSnapShots / # wenn euch hier keine Ausgabe dargestellt wird, könnt ihr das folgende Kommando überspringen!

for snap in $(tmutil listLocalSnapShots / | \
cut -d '.' -f 4); do \  
sudo tmutil deleteLocalSnapshots $snap; done

Letztes Kommando löscht sämtliche lokal vorhandene Time Machine-Backups. Erst jetzt können wir die APFS-Partion anpassen.

Ich habe in meinem MacBook Pro eine 250 GB-SSD. Da ich Ubuntu mehr zum testen und ausprobieren ansehe, wollte ich maximal 30 GB für Ubuntu nutzen.

Folgender Befehl im Terminal verkleinert eure macOS-Partition und erstellt zwei neue Partionen für die Ubuntu-Installation. Lest bitte erst weiter, bevor ihr diesen Befehl eingebt!

sudo diskutil apfs resizeContainer disk1 220g FAT32 LINUXBOOT 2g FAT32 LINUXROOT 0b

Wir erstellen mit diesem Befehl zwei Partionen. Die erste, 2 GB groß wird die zukünftige /boot-Partion. Die zweite Partition - für das Hauptsystem - erhält den restlichen verfügbaren freien Speicherplatz - wofür auch das 0b steht.
Da ich für Ubuntu 30 GB von meiner 250 GB-SSD nutzen möchte bleiben somit 220 GB für macOS übrig. Passt das Kommando somit euren Gegebenheiten entsprechend an.

Nach Bestätigung des Befehls kann es einige Minuten dauern, macOS kann zwischendurch auch den Eindruck erwecken es sei eingefroren. Dies sollte allerdings nur wenige Minuten dauern.

sudo tmutil enable

Nach erfolgreicher Verkleinerung der Partionierung kann Time Mashine mittels oben genannten Kommando wieder aktiviert werden.

Installation von Ubuntu

Nun ist das MacBook für die Installation für Ubuntu vorbereitet. Steckt den USB-Stick an euren Mac, startet diesen neu und bootet bei gedrückter Optionen-Taste. Im Auswahl-Menü solltet ihr nun den USB-Stick auswählen können.

Ich habe mich für eine normale Installation von Ubuntu entschieden. Während der Installation wurden auch Drittanbieter-Software sowie Aktualisierungen installiert.
Bei der Installationsart wählt ihr den Punkt Etwas Anderes aus.

Wählt als erstes die 2 GB-Partition aus - bei mir war dies /dev/sda3, klickt auf Ändern... Im Dropdown unter Benutzen als: wählt ihr Ext4-Journaling-Dateisystem aus, der Einbindepunkt ist /boot. Die Partition formatieren anhaken.

Wählt als nächstes eure große Partion - bei mir heißt sie /dev/sda4 - aus auf der Ubuntu installiert werden soll. Klickt auch hier auf Ändern.... Unter Benutzen als: wählt ihr diesmal physikalisches Volume für Verschlüsselung aus und gebt anschließend ein sicheres Passwort ein.

Die nun neu erstellte Partition /dev/mapper/sda4crypt wählt ihr aus, ändert den Typ auf Ext4-Journaling-Dateisystem und setzt den Einhängepunkt /. Abschließend die Partition ebenfalls formatieren.

Den Boatloader Grub installieren wir in die kleine vorher erstellte /boot-Partition. Wie vorher erwähnt war dies in meinem Falle /dev/sda3.
Final könnt ihr die Installation von Ubuntu starten, die Zeitzone sowie euren Benutzer anlegen.

Sobald die Installation durchgelaufen ist, müsst ihr das System neustarten. Bootet allerdings nicht direkt in Ubuntu. Sondern haltet beim booten die Tasten Option + R gedrückt um in die Recovery zu wechseln. Wir müssen abschließend noch rEFInd installieren.

Nach der Ubuntu-Installation

Theoretisch wären wir bereits fertig. Mittels Wahl/Alt-Taste könnten wir zwischen den einzelnen System wecheln. Da der Boot mittels rEFInd allerdings eleganter ist, installieren wir diesen abschließend noch.

Als erstes müssen wir temporär die System Integrity Protection seitens macOS deaktivieren. Sobald die Recovery gestartet ist, öffnet das Festplatten-Dienstprogramm, wählt die macOS-Partion aus und klickt auf Mounten.

Anschließend schließt ihr das Festplatten-Dienstprogramm und öffnet das Terminal. Gebt dort folgenden Befehl ein:

csrutil disable

Startet den Mac einmal neu und bootet wieder in die Recovery. Mountet wieder, wie oben beschrieben die macOS-Partion und öffnet erneut das Terminal.

Wechselt nun mittels folgenden Befehl in dem Ordner in dem sich eure rEFInd-Binary befindet. Bei mir war der Pfad wie folgt:

cd /Volumes/Macintosh\ HD/Users/tim/Downloads/refind-bin-0.11.2/

Gebt nun nacheinander folgende Befehl ein um rEFInd zu installieren, die System Integrity Protection wieder zu aktivieren und euren Mac neuzustarten:

./refind-install
csrutil enable  
reboot

Ihr solltet bei dem Neustart nun rEFInd begrüßt werden und könnt zwischen Ubuntu und macOS wählen. :)

Diese Anleitung basiert auf der wundervollen Anleitung von GeneBean.