Eigenen Videokonferenzserver mit Jitsi Meet aufsetzen + Öffentlicher Jitsi-Server

Linux Mai 01, 2020

Etwas spät, aber besser spät als nie wollte ich hier einmal Jitsi Meet vorstellen bzw. kurz aufzeigen, wie sich dieses wirklich einfach installieren lässt.

Jitis Meet ist quasi eine Videokonferenzlösung und steht somit in direkter Konkurrenz zu Zoom oder Microsoft Teams, mit dem entscheidenen Unterschied, dass diese selbstgehostet und kostenlos ist. Gerade Zoom machte bekanntermaßen in den letzten Wochen leider nicht positiv auf sich aufmerksam.

Meine Installation habe ich unter Ubuntu 20.04 durchgeführt, die Schritte sollten sich allerdings unter Debian abgesehen von der Installation vom OpenJDK nicht großartig unterscheiden.

  1. Abhängigkeiten installieren
add-apt-repository ppa:openjdk-r/ppa
apt install openjdk-8-jre-headless -y
apt install nginx

Im ersten Schritt muss Java sowie nginx auf dem Server installiert sein. Mindestanforderung ist Version 8, ich selbst hatte aufgrund anderer Projekte bereits OpenJDK 11 installiert.

2. Jitsi Meet installieren

wget -qO - https://download.jitsi.org/jitsi-key.gpg.key | apt-key add - 
echo 'deb https://download.jitsi.org stable/' >> /etc/apt/sources.list.d/jitsi-stable.list
apt update && apt install jitsi-meet

Während der Installation werdet ihr nach einer URL gefragt, über die Jitsi Meet später erreichbar sein soll und was für ein SSL-Zertifikat ihr nutzen möchtet.
Bei der Domain habe ich meet.timscha.io gewählt, beim SSL-Zertifikat "Generate a new self-signed certificate".
Das Setup richtet euch automatisch einen Vhost unter /etc/nginx/sites-enabled/ ein, der auf der von euch gewählten Domain lauscht.

Jiti Meet bringt ein Script zur Installation des Lets Encrypt Clients mit, welches wie folgt aufgerufen werden kann:

/usr/share/jitsi-meet/scripts/install-letsencrypt-cert.sh

Ich selbst setze bei SSL und Let's Encrypt bereits seit einiger Zeit auf den Client acme.sh der anders als z.B. certbot die ganzen Python-Abhängigkeiten nicht mit sich bringt und somit wesentlich schlanker ist, weshalb ich das oben genante Script nicht ausgeführt sondern einfach mein bereits vorhandenes SSL-Zertifikat mit acme.sh erweitert habe.

Jitsi Meet erwartet die Zertifikate unter /etc/jitsi/meet/<domainname>.
Man kann diesen Pfad nun entweder im Vhost von nginx einfach anpassen oder erstellt einen Symlink auf das Selfsigned-Zertifikat. Anschließend muss der Daemon mittels systemctl restart jitsi-videobridge2.service neugestartet werden. Unter der von euch gewählten Domain sollte euch nun folgende Seite begrüßen, auf der ihr einen neuen Video-Call starten könnt.

3. Öffentliche Instanz

Ich stelle meine Installation bis auf weiteres kostenlos zur freien Verfügung. Diese ist, wie weiter oben bereits geschrieben unter https://meet.timscha.io erreichbar. IP-Adressen werden anonymisiert gespeichert, Tracking ist auf dieser Subdomains keins vorhanden.

Einschränkungen gibt's erstmal keine, ich werde die Auslastung im Auge behalten und ggf. reagieren.

Tim Scharner

88er Jahrgang, gebürtiger Dortmunder, System Administrator

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