GL.iNet GL-MT1300 Beryl - Reise-Router im Kurztest

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GL.iNet GL-MT1300 Beryl - Reise-Router im Kurztest

Dank Pandemie können wir mittlerweile von fast überall arbeiten. So nutze auch ich die Möglichkeit um in Orten zu arbeiten, wo es mir vorher nicht möglich war. Oft greife ich dabei für Unterkünfte auf Airbnb zurück. Nachdem ich allerdings nun in den letzten fünf Airbnbs, in denen ich mich aufgehalten habe problemlos mit den Standard-Zugangsdaten des Routers auf dessen Weboberfläche kam, dachte ich mir, dass es an der Zeit ist mal einen Travel-Router zu testen. Wenn Hinz und Kunz auf den Router zugreifen können, kann ich nicht davon ausgehen, dass der Zugang sicher ist.

Sucht man im Netz nach Empfehlungen landet man oft entweder bei TP-Link oder aber bei dem Unternehmen GL.iNet. Letztere bieten eine größere Auswahl an Travel-Routern. Für einen Kurztripp nach Spanien habe ich mich daher für das Modell MT1300 mit dem Namen Beryl entschieden. Unterscheiden tun sich die unterschiedlichen odelle eigentlich hauptsächlich in Sachen Geschwindigkeit.

Alle nutzen als Grundlage OpenWrt, welches aber mit einer reduzierten Oberfläche versehen wurde. Dazu aber gleich mehr. Das neuste Model Slate läuft mit OpenWrt 21 während der Beryl und andere vorhandene noch mit OpenWRT 19 laufen, welches seitens OpenWrt-Projekt nicht mehr offiziell unterstützt wird.

Kurz die wichtigsten Punkte zur Ausstattung

CPU: MT7621A @880MHz
RAM: DDR3L 256MB
Interner Speicher: 32 MB (erweiterbar mit microSD-Karte)
Angegebener Wifi-Speed: 400Mbps(2.4GHz), 867Mbps (5GHz)
Anschlüsse: 1 x USB 3.0, 3 x Ethernet-Anschlüsse


Was ist denn eigentlich der Vorteil von solch einem Travel-Router bzw. wie funktioniert er? Im Falle der Router von Gl.iNet gibt es mehrere Möglichkeiten zur Verbindung. Neben der Möglichkeit mein Smartphone per USB an den Router anzuschließen und dieses zum thethern zu nutzen, kann ich mich per Kabel oder mittels Wlan mit einem vorhandenen Netzwerk verbinden. Alternativ kann aber auch ein 3G- oder 4G-USB-Modem angeschlossen werden.


In meinem Test klappte das Verbinden mittels iPhone nach einigen Anläufen. Die Verbindung mittels eines vorhandenen Wlan klappte in der Regel sofort. Der große Vorteil ist nun, dass der Router eingebaute VPN-Clients für OpenVPN und Wireguard hat, sowie TOR- und DNS over TLS-Support mitbringt. Ich kann somit beispielsweise eine Verbindung zu dem VPN meiner Synology die Zuhause steht aufbauen und mein gesamter Netzwerk-Verkehr läuft über den VPN und nicht länger direkt über den Zugang des Airbnbs. Für Wireguard ist unter anderen bereits der VPN-Anbieter Mullvad mit eingebunden.

In meinem Fällen klappte die Nutzung mittels OpenVPN recht gut. Probleme machen allerdings VPN-Zugänge, die das sogenannte Split-Tunneling nutzen, d.h. wo der Netzverkehr nicht komplett über den VPN-Server geht, sondern lediglich weitere Routen gesetzt werden um z.B. interne Netzbereiche verfügbar zu machen. Dies ist wohl der veralteten Firmware geschuldet und soll mit 4.0 (die es aktuell nur für den Slate gibt) funktionieren. Was die Server-Funktionalität angeht, so habe ich diese nur kurz getestet. Diese bietet einen auf das nötigste reduzierten Umfang an und funktionierte in meinem Test. Liest man aber diverse Rezensionen auf Amazon und Co. durch gibt es einige kritische Stimmen.

Thema Zuverlässigkeit. Ich bin etwas zwiegespalten, der Router vergisst gerne mal Wlan-Netzwerke bzw. findet diese nicht immer sofort wieder. Auch ein Upgrade auf die aktuelle Snapshot-Version brachte leider keine Besserung.

Wie schon geschrieben, bringt der Router eine vereinfachte Oberfläche mit, die die wichtigsten Dinge gut erreichbar macht und einen schnellen Überblick gibt über den aktuellen Stand. Der interne Speicher ist knapp bemessen, installiert man beispielsweise Adguard Home ist der interne Speicherplatz fast voll.
Wer tiefer eintauchen möchte, kann sich noch LuCi installieren. Das ist die Oberfläche von OpenWrt, die tiefergehende Einstellungen erlaubt.

Nette Optionen sind der Internet Kill Switch, der quasi einen Zugang ins Internet verbietet, wenn keine Verbindung zu einem VPN-Server hergestellt wurde. Die VPN-Policies ermöglichen das Setzen von Regeln, MAC oder Domain basiert. So ist z.B. der Zugriff auf bestimmte Domains nur mittels Nutzung eines VPNS möglich.

Fazit

Hardware-technisch macht der Router einen sehr ordentlichen Eindruck, mehr interer Speicher wäre zwar schön gewesen, hier lässt sich aber mittels microSD-Karte aushelfen.
Software-seitig bin ich leider enttäuscht und kann den Router nur bedingt empfehlen. Gerade bei einem Produkt, was mit Security wirbt, muss ich auch Security erwarten können. Hier noch auf OpenWrt 19 als Grundlage zu setzen, welches keinerlei Updates mehr erhält erachte ich als höchst fragwürdig und ich hoffe sehr, dass hier zeitnah ein Upgrade auf Firmware Version 4 angeboten wird, welches bisher nur für den Slate existiert.
Wer mutig genug ist, kann sich das reine OpenWrt 21 direkt beim OpenWrt-Projekt herunterladen, muss dann aber auf die verschlankte Oberfläche verzichten.
Den Router gibt es bei verschiedenen Herstellern für ca. 7o Euro.

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