IMHO: Apple, was läuft da eigentlich schief?

IMHO: Apple, was läuft da eigentlich schief?

„IMHO“ – In my humble opinion – ist eine Artikel-Reihe in der ich meine persönliche Meinung zu einem Thema schreibe

Es gab eine Zeit, lasst es gut 5-6 Jahre her sein, da war ich noch begeistert bei jeder Keynote von Apple dabei – man könnte fast sagen, ich war ein „Apple-Fanboy“ ?. Jede Veranstaltung wurde aufgesogen, regelmäßig das Smartphone gewechselt. Doch Zeiten ändern sich.

Man selbst, weiß die Zeit sinnvoller zu nutzen, Smartphones machen keine allzu großen technischen Sprünge mehr, womit sich ein Upgrade jedes Jahr oder alle zwei Jahre lohnt bzw. rechtfertigen würde. Die Schlangen vor den App-Stores gibt es nicht mehr (auch, wenn ich generell nie in einer stand). Trotzdem nutze ich Apple-Produkte immer noch gerne.

Keine Sorge, dies wird kein Apple ist scheiße- oder Früher, war alles besser-Post. Ich möchte auch keinen Apple ist Doof, Google ist Top-Krieg oder ähnliches hier anzetteln – gleich vorweg, solche Kommentare werde ich sperren. Ich möchte lediglich von meinen letzten Erfahrungen und Eindrücken sprechen, wie sich Apple verändert hat – und das meiner Meinung nach leider zum negativen.

Ich schreibe diesen Text auf einem iPad, das Pro-Modell von 2018. Ich liebe dieses Teil. Es ist das letzte Gerät, womit Apple wirklich den Nerd in mir geweckt hat. Angefangen von der Haptik, bis hin zu den neuen Funktionen, die es mit iPadOS 13 bietet, ist es mein Daily Device und kommt faktisch überall mit hin. Es könnte perfekt sein, wenn da nicht eben die verflixte 13 wäre – aber dazu weiter unten mehr.

Bis vor kurzem begleitete mich noch ein MacBook Pro, das 2015er Model. Genau das Model, für das ein Akku-Austausch-Programm gestartet wurde – meins war davon nicht betroffen. Interessierte allerdings die Fluglinien nicht. Die wollten einen Nachweis. Und damit kommen wir zum ersten Teil meiner erlebten Geschichte.

Apple selbst bietet einen Online-Check an, bei dem man die Seriennummer prüfen kann. Diese sagte in meinem Fall sinngemäß, Gerät nicht betroffen oder Akku bereits getauscht. Ich wollte allerdings für einen Flug, für den Fall der Fälle eine offizielle Bestätigung seitens Apple – womit eine kleine Odysee begann.

Erste Idee war es, einfach mal die Apple-Hotline anzurufen, da es bis zum nächsten offiziellen Apple-Store für mich – je Fahrt – über eine Stunde dauert.
Dort erreichte ich dann auch direkt eine Ansprechpartnerin, die mein Problem verstand und mir mitteilte, dass das Gerät entweder eingeschickt oder bei einem Apple Reseller vor Ort geprüft werden müsse – konnte ich nachvollziehen, schließlich kann das MacBook ja in einem Zustand sein, dass der Akku beschädigt wurde oder ähnliches. Also ging es wenige Tage später nach Gravis, wo ich mich mit meiner Fall-Nummer von Apple vorstellte.

Nach einer kurzen Überprüfung von einem Mitarbeiter hieß es dann, dass eine Überprüfung 79,- Euro kosten solle – dies sei so Richtlinie – unabhängig davon, dass es sich um einen bei Apple geöffneten Fall handelt.
Ich zog also mit MacBook, aber ohne Bestätigung wieder ab. Alles was ich wollte, war eine Bestätigung, dass mein Mac nicht von einem Fehler, den Apple verbockt hat, betroffen ist. Mehr nicht. Dafür sah ich es nicht ein, 79 Euro zu zahlen.
Zweiter Anruf bei der Apple Hotline, bei dem ich alles schilderte, es ging eine Ebene im Support höher – dort speiste man mich ab hatte man Erbarmen mit mir – und sicherte mir zu, mir eine Bestätigung auszustellen, nachdem ein Diagnose-Test des MacBooks aus der Ferne durchgeführt wurde. Ende vom Lied war, dass ich quasi die gleiche Bestätigung, die der oben erwähnte Check ausgibt, noch einmal auf Apple Papier erhalten habe. Nächstes Gerät, nächster Kontakt mit dem Apple Support.

Zwei Wochen später: Als Smartphone begleitet mich ein iPhone XS, ein Gerät mit dem ich eigentlich immer Happy war – bis, ja bis ich kurz vor Ende der Garantie (ja, Garantie, nicht Gewährleistung) den Fehler machte und in den Einstellungen die Batterie-Kapazität checkte. Und da hieß es dann 83%. Für ein Gerät, welches einfach teuer ist, als Premium-Gerät dargestellt wird und vor allem nicht mal ein Jahr alt ist, ist das in meinen Augen ein absolutes No-Go.

Erster Anruf bei der Hotline, der Ansprechpartner stimmte mir bezüglich Akku-Zustand sofort zu, machte einen Test und sagte, man müsse das Gerät entweder einschicken oder aber zu einem Reseller bringen, diese könnten das vor Ort durchführen. Also angerufen, nachgefragt. Nein, auch diese müssen das Smartphone einschicken.
Zweiter Anruf bei Apple und 10 Minuten später hatte ich einen Termin beim Apple Store – welcher wohlgemerkt wie bereits erwähnt über eine Stunde entfernt ist.
Dort angekommen, konnte ich meinen Termin sogar noch frühzeitiger als erst geplant starten, der Mitarbeiter schaute sich das Gerät an, machte einen Test und sagte mir anschließend, sie könnten nichts machen, da der Akku weiterhin als „Gesund“ dargestellt wird. Erst ab 79% seien sie befugt, den Akku zu tauschen. Man bot mir einen neuen an, kostenpflichtig natürlich.

Was mir an der ganzen Sachen besonders negativ aufstößt ist die mangelnde Kulanz. Ich kann verstehen, dass es entsprechende Vorgaben gibt. Ich muss es aber nicht akzeptieren, dass ein Akku nach nicht mal einen Jahr bereits in solch einem Zustand ist. Also zog ich auch hier wieder ohne positives Ende ab – wohlgemerkt sind dafür zwei Stunden Fahrt draufgegangen.

Auch wenn die Produkte teuer als von anderen Herstellern sind, für mich selbst habe ich das immer mit der langen Unterstützung in Sachen Software – welches Android-Smartphone bekommt fünf Jahre Aktualisierungen?! – und eben dem Apple Support gerechtfertigt. Letzter Pro-Punkt fällt für mich mittlerweile raus und ich muss sagen, Apple unterscheidet sich hier nicht länger von dem Support anderer Hersteller.

Und zur Software. Mit iOS 13 und macOS Catalina kommen Erinnerungen an iOS 11 wieder. Eine solch chaotische Beta-Phase gab es vermutlich noch nie – natürlich darf man nicht vergessen: Beta.
Wenn man sich aber nun anschaut, wie schnell Apple nach offiziellem Release hier Updates nachschiebt, muss man einfach hinterfragen, ob der jährliche Releae-Zyklus an neuer Software noch funktionieren kann? Zum Zeitpunkt dieses Posts ist die Veröffentlichung von iOS 13 gut 27 Tage her und wir sind bei Version 13.1.3. Bei Catalina sind die Fehlerberichte nicht weniger, auch wenn ich zumindest dort verschont geblieben bin.
Warum nicht einfach, Funktion X in Ruhe fertig entwickeln und dem Kunden dann zur Verfügung stellen, wenn sie fertig ist? Dieses Release-Model ist mittlerweile gefühlt in der gesamten Software-Branche vertreten und überall ist ein ähnliches Bild zu sehen. Ich verstehe nicht, wieso man bei doch solch offensichtlichen Problemen mit dem Zeitfenster an diesem Model weiter festhält.

Für mich stellt sich nach diesem Erlebnissen mittlerweile die Frage, ob es wirklich noch Apple sein muss. Bisher hält mich an den MacBooks nur noch macOS, doch vor allem Microsoft hat mit ihren Surface-Geräten mittlerweile definitiv meine Aufmerksamkeit entdeckt.
Was das nächste Smartphone angeht werde ich wohl demnächst auf eigene Kosten den Akku wechseln und noch länger mit dem XS leben.

Wie sind eure Erfahrungen und wie denkt ihr darüber? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. 🙂

Photo by Nicolas Ukrman on Unsplash

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