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Vodafone GigaCube - LTE-Router ausprobiert

Wir befinden uns im Jahr 2018 und der Breitbandausbau in Deutschland lässt bekanntlich leider immer noch zu wünschen übrig. Im urbaneren Bereich ist es in der Regel deutlich einfacher, als in den ländlicheren Gegenden einen Breitbandanschluss zu bekommen, doch auch in Städten gibt es Ausnahmen.

Im konkreten Fall fragte mich ein befreundeter Sanitär-Fachmann nach einer Möglichkeit, wie er in seiner Firma eine bessere Leitung bekommen könnte. Die Nachbarn 100m in die jeweils andere Richtung haben VDSL mit rund 50 Mbit zur Verfügung, er selbst dümpelt jedoch bei 6 Mbit rum, vom nicht nutzbaren Upload ganz zu schweigen. Kabel ist dort gar nicht vorhanden.

Mir kam die Idee vom Vodafone Gigacube, den Vodafone seit einiger Zeit im Angebot hat - und da dort zur Zeit eine Aktion gefahren wird, dass man ein 30 tägiges Sonderkündigungsrecht hat, um den Gigacube in Ruhe zu testen habe ich diesen kurzerhand bestellt.

1. Die Tarife

Die Anforderungen waren, dass mehrere Clients Zugang im Internet haben. Neben einfachen Surfverhalten sollten natürlich auch Pläne und CAD-Konstruktionen ausgetauscht werden. Vodafone bietet zum jetzigen Zeitpunkt 3 Tarife für den GigaCube an:

Wir hatten uns, da wir mit höherem Datenverkehr gerechnet haben somit für den Tarif GigaCube Max entschieden.

2. Die Hardware

Zwei Tage nach Bestellung wurde der GigaCube bereits geliefert. Bei dem GigaCube handelt es sich um einen HUAWEI B528. Dieser unterstützt LTE der Kategorie 6, was eine theoretische Nutzung von 300 Mbit erlauben würde. Genutzt werden können die LTE-Bänder 1, 3, 7, 8, 20 und 32. Beim W-Lan bietet der GigaCube AC, 2,4 und 5 GHz.

Der GigaCube kommt in meinen Augen in einem optisch sehr schlichten und einfachen Design her. An der Front befinden sich vier Status-LEDs für Signalstärke, LAN, W-LAN und Power. Darunter befindet sich neben der Power-Taste noch eine Taste für WPS.

Auch die Rückseite glänzt mit einer aufgeräumten Übersicht. Unter einer Abdeckung befinden sich die Anschlüsse für eine Antenne - dazu weiter unten im Post mehr -, ein 1 GB-Port, ein RJ11-Port ohne Funktion und ein Anschluss für den Strom. Der GigaCube begnügt sich hier übrigens mit 12 Volt, dementsprechend ist auch eine Nutzung im Auto ohne Probleme möglich.
Was den Lieferumfang angeht, bekommt man alles, was man benötigt. Neben dem GigaCube selbst liegen dem Paket ein Stromkabel sowie ein Ethernet-Kabel bei.

Nicht unerwähnt sein soll noch, dass der GigaCube keinen Simlock besitzt, was gerade im Ausland hilfreich sein kann, da Vodafone die Nutzung im Ausland zum jetzigen Zeitpunkt nicht zulässt.

3. Die Einrichtung

Kommen wir zur Einrichtung die erfreulich einfach ist. Zusammen mit dem GigaCube lag im Paket auch eine SIM-Karte, die Vodafone, wie mittlerweile alle Mobilfunkprovider als Triple-SIM verschickt. Beim herausbrechen sollte man allerdings vorsichtig sein.

Der GigaCube benötigt eine micro SIM. Beim herausbrechen der SIM-Karte hatte ich am Ende leider direkt eine nano SIM, mit ein wenig Gefummel konnte ich diese aber wieder in die micro SIM-Form drücken und anschließend in die Unterseite des GigaCube einstecken.
Anschließend den GigaCube nur noch mit dem Strom verbinden, starten und mittels W-Lan verbinden. Die initialen Zugangsdaten dazu findet man sowohl auf der Unterseite des Cubes, als auch in den mitgelieferten Unterlagen.

Beim ersten Aufruf einer Webseite wird man anschließend zum Webinterface weitergeleitet - dieses ist zu jederzeit über die IP 192.168.8.1 oder der Adresse giga.cube erreichbar. Nachdem man dort sein Passwort aktualisiert hat kann man direkt die Verbindung ins Vodafone-Netz herstellen. Von Haus aus kommt die SIM-Karte ohne PIN, diese lässt sich über die Vodafone-Hotline aber problemlos nachträglich setzen.

Über das Webinterface lassen sich ansonsten die üblichen Einstellungen eines Routers vornehmen. Neben DNS, DHCP erhält man dort auch einen Überblick über seinen Verbrauch und die Verbindungsqualität.

Was man auf jeden Fall beachten sollte ist, dass der GigaCube keine öffentliche IP-Adresse nutzt. Dies ist allerdings in der Regel notwendig, sofern man Online- Spiele oder Spielekonsolen nutzen möchte. Aushelfen könnte man sich hier lediglich mit Nutzung über VPN, vergessen darf man hier allerdings auch die Ping-Zeiten nicht.

4. Nutzungserlebnis

Vodafone spricht von bis zu(!) 200 Mbit, die über das LTE-Netz möglich sein sollen. Um es vorweg zu sagen: Dieser Wert wurde an verschiedenen Standorten nicht einmal annähernd erreicht. Aber der Reihe nach.

Getestet habe ich den GigaCube an drei Standorten in Dortmund zu vier verschiedenen Uhrzeiten. Zum einen in Uni/Technologiepark-Nähe, bei mir Zuhause und natürlich bei der Sanitär-Firma - und die Werte könnten nicht unterschiedlicher sein. Folgend die Werte:

Technologiepark/Uni: Download: 35-50 Mbit / Upload: 7-10 MBit
Zuhause/Sanitär-Firma:  Download: 25 - 73 Mbit / Upload: 3 - 9,9 Mbit

Zuhause und Firma habe ich zusammen gefasst, da es sich Luftlinie vielleicht um 2 Km handelt und die Werte ähnlich aussahen.
Was direkt auffällt sind generell die großen Schwankungen. Je nach Uhrzeit machte sich dies stark bemerkbar. Während Tagsüber Zuhause stabil 50 Mbit erreichbar waren, sackte der Download-Werte Abends durchaus auch mal auf 25 Mbit ab. Und auch Nachts, wenn Vodafone bekanntlich seine LTE-Masten abschaltet ging es einmal auch unter 25 Mbit. Die höchste Geschwindigkeit erreichte ich mit rund 73 Mbit am frühen Morgen. Das Upload-Verhalten verhielt sich synchron zum Download.

Was den Empfang anging, hatte ich an jedem Zeitpunkt zwischen 2 -3 Balken. Mittels Antennen-Anschluss an der Rückseite des GigaCubes soll sich der Empfang noch einmal deutlich verbessern - Vodafone selbst empfiehlt den GigaCube immer in Nähe eines Fensters aufzustellen, was bei mir auch der Fall war.

Video- und Musik-Streaming ging zu jederzeit ohne Probleme. Diese werden in der jeweils bestmöglichen Auflösung abgespielt. Vodafone behält sich allerdings das Recht vor, dass zukünftig Videos nur in 480p abgespielt werden um Bandbreite zu sparen.

Bekanntlich ist die Internetnutzung bei jedem Nutzer unterschiedlich. Ich hatte den GigaCube für ein 4 Tage bei mir im Einsatz und habe mit diesem ganz normal gearbeitet. Das bedeutet, normal im Internet gesurft, Fotos hoch- und runtergeladen und über Netflix und Amazon Prime gestreamt. Nach vier Tagen hatte ich gut 45 Gigabyte verbraucht - bedenkt man, dass wir nur durch die aktuelle Vodafone-Aktion 200 GB zur Verfügung haben, ist es für Power-Surfer definitiv kein DSL-/Kabel-Ersatz. Auch der teilweise stark schwankende Upload-Durchsatz macht eine Empfehlung nicht unbedingt einfacher.

5. Fazit

Würde ich den GigaCube empfehlen? Es kommt drauf an - im Falle meines Bekannten haben wir uns gegen einen Einsatz entschieden. Je nachdem, wofür man den GigaCube allerdings nutzen möchte, kann es eine interessante Alternative sein. Möchte man beispielsweise in einer Ferienwohnung nicht auf einen Zugang verzichten könnte sich der GigaCube lohnen.

Ergänzung
Dieser Artikel wurde aus freien Stücken geschrieben. Ich stehe mit Vodafone in keiner Verbindung, der GigaCube wurde mir nicht kostenlos zur Verfügung gestellt und ich habe keinerlei Honorierung erhalten.