Zu meinen Windows-Zeiten, was seinen Höhepunkt so zum Zeitpunkt von Windows 7 erreichte, war es "normal", dass man auf seinem PC oder Laptop eines der vielen verfügbaren Tuning-Programme installiert zu haben. Die einen versprachen mehr, die anderen weniger, einige unterstützten die Anwender, andere unterstützten den Benutzer eher dabei, sein System zu zerstören.

Mittlerweile bin ich seit gefühlten Ewigkeiten in der macOS-Welt unterwegs und habe lange nicht mehr über solche Performance-Tools, wie sie sich selbst alle bezeichnen nachgedacht. Das bekannteste damals war mit Sicherheit TuneUp, welches immer noch existiert mittlerweile aber zu AVG gehört.

Und auch, wenn man es im ersten Moment nicht glauben mag, gibt es ähnliche Tools auch für macOS. Zu den bekanntesten gehören mit Sicherheit Techtool Pro, CleanMyMac, Onyx und TinkerTool.

Sensei selbst ist bisher übersichtlich aufgebaut und hat noch einen überschaubaren Funktionsumfang, da es erst seit Anfang 2020 offiziell verfügbar ist. Begrüßt wird man beim Start vom Dashboard, welches einem die wichtigsten Informationen des Systems präsentiert.

Hinter Sensei steckt sich das schwedische Entwickler-Team Cindori, die unter macOS bereits bekannt sein dürften mit ihren Apps Trim Enabler und Disk Sensei. Wer eine der beiden Apps bereits in der Vergangenheit erworben hat, kann eine Sensei-Lizenz vergünstigt erwerben, da die Funktionalität beider Apps mittlerweile in Sensei steckt.

Das Dashboard von Sensei

Was kann Sensei überhaupt? Und warum sollte man solch eine App überhaupt nutzen? Man muss ehrlich sein, sämtliche dieser Funktionen lassen sich auch mit Boardmitteln erreichen bzw. aufräumen. Apps wie Sensei, CleanMyMac und wie sie alle heißen, ermöglichen den Zugriff für Einsteiger bzw. alle die, die ihr System aufräumen möchten, aber nicht allzu tief in die Materie einsteigen wollen. Und genau hier steckt das Problem, denn oft wissen die Leute gar nicht, was sie mit einer Funktion tun, zum anderen sind die Entwickler in der Pflicht, den Anwender vernünftig darüber in Kenntnis zu setzen, was Funktion X überhaupt tut und welche Auswirkungen diese hat. Wie so oft sollte man Einstellungen mit Bedacht vornehmen und genau prüfen, ob das System nur die erwarteten Auswirkungen zeigt.

An möglichen Tools sind Optimize, Uninstaller, Clean & Trim enthalten. Hinter Trim versteckt sich beispielsweise der oben erwähnte Trim Enabler. Und ja, auch die Trim-Funktionalität lässt sich per Konsole für Nicht-Apple SSDs freischalten.

Benötigt der Mac beispielsweise lange zum starten, ist ein Blick in den Bereich Optimize sinnvoll.

Apps unter macOS zu entfernen ist eigentlich kinderleicht. Im Applications-Ordner reicht ein Rechtsklick auf eine App um diese in den Papierkorb zu legen. Was man jedoch nicht außer Acht lassen darf ist, dass alle Apps auch Konfigurationsdateien ablegen und nicht App sauber aufräumt. Hier kann Sensei wirklich hilfreich sein um auch diese Reste zu entfernen. Als kostenlose Alternative sei hier aber auch AppCleaner erwähnt. Auch lässt sich je App der Cache einer oder mehrer Apps aufräumen.

Unter dem Punkt Hardware gibt es Informationen zu den Festplatten, Grafikkarten, der Batterie und Lüfter. Einstellungen können hier keine vorgenommen werden, jediglich Informationen abgefragt werden.
Hier hätte ich mir zum Beispiel noch Anpassungsmöglichkeiten der Lüftergeschwindigkeit gewünscht, welche laut Website kommen soll, der letzte Verweis ist allerdings auf Quartal 1.

Sensei macht einen ordentlichen ersten Eindruck. Ich bin mir jedoch noch unsicher, ob 29$ pro Jahr oder 59$ für eine lebenslange Lizenz gerechtfertigt sind für den bisher gebotenen Funktionsumfang. Apps wie CleanMyMac bieten für einen Bruchteil wesentlich mehr. Natürlich muss man Sensei zu gute heißen, dass es noch sehr neu ist und die Entwickler den Umfang durch Updates regelmäßig erweitern. Eine kostenlose Testversion steht zudem zum Download bereit.